00:00:00: Liebes Publikum, herzlich willkommen zur audiodeskriptiven Einführung zu Cabaret im Tippi am Kanzleramt.
00:00:08: Dem Berliner Kultmusikel nach dem Buch von Joe Masteroff mit der Musik von John Cander und den Gesangstexten von Fred Epp.
00:00:16: Das Musical basiert auf dem Theaterstück Ich Bin eine Kamera von Jon van Druten und Berlin Erzählungen von Christopher Isherwood.
00:00:26: Die Uraufführung fand in New York City im Broadhurst Theater.
00:00:33: Die Berliner Inszenierung von Vincent Paterson primierte in der Bar jeder Vernunft und dauert ca.
00:00:40: drei Stunden einschließlich einer Pause.
00:00:44: Regie & Choreografie – Vincent Patersen Kostümbild Fiona Bennett und Nicole von Grevinitz.
00:00:52: Bühnenbild – Momme Röhrbein.
00:00:56: Die Besetzung wechselt pro Vorstellung und wird am Abend über den Programm-Zettel veröffentlicht.
00:01:01: Ich informiere Sie bei der Beschreibung der Figuren und Kostüme, wer am jeweiligen Termin für sie spielt.
00:01:08: Musikalisch begleitet wird der Abend von einer Band bestehend aus fünf Mitgliedern.
00:01:13: Sie spielen Instrumente wie einen Flügel, Akkordeon Schlagzeug Posaune Tuba Glockenspiel Mandoline Und eine singende Säge.
00:01:25: Diese wird mit einem Geigenbogen gespielt.
00:01:29: Zum Veranstaltungsort Das Tippi am Kanzleramt ist die größte stationäre Zeltbühne Europas und wurde im Jahr two-thausend zwei eröffnet.
00:01:39: Es bietet ein buntes Show & Unterhaltungsprogramm von Cabaret&Varieté bis hin zur Artistik, Comedy oder Magie.
00:01:47: Ich beschreibe Ihnen das Tippi zunächst von außen.
00:01:51: Zum Tipi gehört eine Sonnenterrasse, ein Eingangsbereich mit einem Foyer, zwei doppelstöckige Loungebereiche rechts und links des Einganges sowie das große Showzelt im Zentrum.
00:02:03: Der Eingungsbereich und die Launges sind durch Pargodenzelte überdacht deren Spitzen geschwungen Richtung Himmelragen.
00:02:10: von außen sind sie mit Holz verkleidet.
00:02:13: Das Showzeld ist oval geformt und wird von vier hohen Zeltmasten getragen.
00:02:18: Zwischen den vier Spitzen des Showzeltes prangt in großen Leuchtbuchstaben der Name Tippi.
00:02:25: Entlang der Seile, die das Zelt auf Spannung halten, winden sich Lichterketten.
00:02:30: Alle Zeltdächer zieren dezente Längsstreifen in weiß und hellgrau, was dem Tippi einen edlen Look verleiht.
00:02:38: Vor dem Eingangsbereich können Gäste auf der großen Sonnenterrasse Platz nehmen und auf das Bundeskanzleramt blicken.
00:02:45: Wenn man das Tippi betritt, gelangt man zunächst ins Foyer.
00:02:49: Boden und Wände sind mit rotem Samtstoff verkleidet.
00:02:53: Die Decke ist mit einem blauen Stoff abgehangen, der Baldachienförmig in der Mitte zusammenläuft.
00:02:59: Im Zentrum hängt ein Mobilier mit sechs großen Blumen, deren weiße und braune Blütenblätter aus Federn gefertigt sind.
00:03:07: Darunter ist eine kreisrunde Sitzgruppe aus Hellen Begem Leder.
00:03:12: Auf der rechten Seite des Foyets führt einen langer Gang mit Samtwänden.
00:03:17: Dort ist rechts neben dem Eingang eine Bar.
00:03:21: Links die Bühne, das Publikum sitzt an elegant gedeckten Tischen mit weißen Tischdecken und roten Samtstühlen.
00:03:29: Der Innenraum bietet Platz für bis zu fünfhundert Gäste.
00:03:32: Das Zelt hat an den höchsten Stellen – also den vier Spitzen – eine Deckenhöhe von ca.
00:03:38: acht Metern.
00:03:39: In der Mitte des Saals hängt eine Lichtraverse, an der Scheinwerfer-und eine Discokugel angebracht sind.
00:03:46: An den vier Seiten der Traverse verlaufen viele einzelne Lichterketten und formen ebenfalls einen Baldachin, deren ein Sternenhimmel erinnert.
00:03:55: In der Mitte glitzert als Herzstück ein riesiger Kristallkroneleuchter.
00:04:00: Zur Handlung Auf der Suche nach spannendem Stoff für ein Roman kommt der amerikanische Autor Clifford Bradshaw im Jahr.
00:04:10: Er mietet sich in der Pension von Fräulein Schneider ein und verbringt den Silvesterabend im Kit-Kat Club, wozu ihn Ernst Ludwig eine Reisebekanntschaft eingeladen hat.
00:04:22: Der Kit-Kit-Club ist einer der vielen Amüsemord-Tempel in Berlin der Zwanzigerjahre – ein Ort für Sehnsüchte aller Art, wo man die Utopie der erotischen und politischen Freiheit für einen Augenblick leben kann!
00:04:35: Ein zwielichtiger Konferent C stellt dort die Attraktion des Abends vor Freuline Sally Bowles, eine englische Nachtklubsängerin.
00:04:44: In der freizügigen lockeren Atmosphäre des Clubs lernen sich Cliff und Sally schnell kennen.
00:04:50: Neben Sally sind auch vier weitere Girls dort angestellt und füllen den Kit-Kat Club mit Leben.
00:04:56: In Freulines Schneiders Pension wohnt auch der freundliche Obsthändler Herr Schulz, der seine Vermieterin mit exotischem Obst verwöhnt.
00:05:04: Eben, als sich ihre zarte Liebesgeschichte zu entfalten beginnt, schlägt dem jüdischen Herrn Schulz zum ersten Mal der Hass der aufkommenden Nazi-Bewegung entgegen.
00:05:14: Unter der wachsenden Bedrohung gilt es nun, sich zu positionieren.
00:05:18: Manche schließen sich der Bewegung an – andere verdrängen die Veränderungen im Land.
00:05:23: Man ist auf Durchreise, auf der Flucht, entsteht da Angst und so packt am Ende jeder seinen Koffer.
00:05:29: Kurz vor der Machtübertragung an die Nazis verlässt Cliff
00:05:32: Berlin.".
00:05:33: Wohin die Reise am Ende wirklich gehen soll, weiß zu diesem Zeitpunkt noch keiner.
00:05:40: Zum Bühnenbild Der Grundaufbau der Bühne besteht aus einem ca.
00:05:45: ein Meter hohen Bühnepodest das mit schwarzer glitzender Tapete verkleidet ist.
00:05:51: Zur Büh ne gehören eine Vorder- und eine Hinterbühne sowie eine kleine Seitenbüh Ne für Umzüge und Requisiten.
00:05:58: Die Vorder & Hinterbhne werden durch einen Portalrahmen getrennt.
00:06:03: Auf diesem sind zwei versetzte Reihen mit dutzenden, strahlenden Glühbirnen angebracht.
00:06:08: Oben, mittig des Portalraums, wölbt sich ein kreisrunder Vorsprung Richtung Publikum wie bei einem Hotel oder Club-Eingang.
00:06:17: An dem messengfarbenen Vorsprungen prangt in großen Leuchtbuchstaben der Name KitKatClub.
00:06:24: Die Schriftart ist inspiriert vom Artdiko-Steal der zwanziger und dreißiger Jahre.
00:06:29: Das Portal kann durch einen silbernen Lametta-Vorhang verschlossen werden.
00:06:34: Während des Stücks finden viele Ortswechsel und Umbauten statt, die jeweiligen Orte werden durch detaillreiche Kulissenwände und Requisiten zum Leben erweckt.
00:06:43: Die Kulisse gleiten über Vorhangschienen ins Bild so dass die Umbaueten schnell vonstatten gehen und geradezu magisch wirken.
00:06:51: Die wichtigsten Orte beschreibe ich jetzt im Detail.
00:06:55: Der Zug Clifford Bradshaw reist mit dem Zug nach Berlin.
00:06:59: Hierfür wurde eine ca.
00:07:00: zwei Meter hohe, schwarze Dampflokomotive aus Holz gebaut.
00:07:05: An der Lok vorne leuchten drei Scheinwerfer Im hinteren Bereich des Zuges brennen Abteillichter.
00:07:11: Die vielen Nieten und Schrauben die die Zugteile zusammenhalten, schimmern Silbern im Dunkeln.
00:07:16: Das Besondere an dem Zug ist dass er rund ist Und von TechnikerInnen kreisförmig über die Bühne gedreht wird Und die Waggons werden dann zunehmend niedriger.
00:07:29: Dadurch ergibt sich optisch eine perspektivische Verkürzung, so entsteht der Effekt eines sich nähernden und entfernden Zuges – das Zugabteil.
00:07:40: Einige Szenen spielen in einem Zugabteil.
00:07:43: Das besteht aus zwei Kulissenwänden.
00:07:46: Der Zwischenraum stellt den Gang dar Alles ist in hellem Beesch gehalten und mit dunkelbrauen Leisten und Details versehen.
00:07:53: Im Abteil stehen zwei schwarze Sitzbänke gegenüber.
00:07:57: Über den Köpfen sind Gepäckablagen angebracht.
00:08:02: Fräulein Schneiders Pension Fräleinschneiders Pension ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt im Stück.
00:08:09: Zu ihr gehört einen Flur mit drei Türen, die in die Zimmer von Fräulen Kost, Fräuler Schneider und Herrn Schulz führen.
00:08:16: Die Wände sind Sandfarben gestrichen.
00:08:19: Auf der oberen Hälfte zieht eine gemusterte Tapete mit Ornamenten die Wand.
00:08:24: Die untere Hälfe ist mit dunkelbraunem Stuck versehen.
00:08:27: Auch die Türen sind schmuckvoll und im Stil eine Altbauwohnung gehalten.
00:08:32: Cliffs Zimmer In die Pension zieht später auch Cliff ein.
00:08:38: Sein Zimmer schmückt eine Tapete mit floralem Blattmuster.
00:08:42: In der Mitte des Zimmers befindet sich ein großer Erker, der sich nach Außenwerb Richtung Hinterbühne.
00:08:48: Der Ausblick zeigt den U-Bahnhof Nollendorfplatz in der Abenddämmerung.
00:08:52: Die vielen Häuser der Skyline sind sehr detailreich aus Pappe und Holz gebaut.
00:08:57: Einige der Fenster sind mit Pergamentpapier verkleidet, sodass Licht von hinten durchscheinen kann.
00:09:02: Das Mobile-Jahr-Encliffszimmer ist sperrlich – ein schmales Bett mit schwarzem Stahlrahmen, einem Beistelltisch sowie ein Holztisch mit zwei Stühlen.
00:09:13: Herr Schulz Obstladen In das Geschäft von Herrn Schulz führt eine große Schwingttür mit Fenster.
00:09:20: Die ist aus Pergumentpapiere gefertigt und kann später splitterfrei kaputt gehen.
00:09:25: Die Kulissenwände zeigen gemaltes Obst und Gemüse sowie den Namen Obst-Schultz.
00:09:32: Der Kit Kat Club zeigt sich in immer wechselnder Erscheinung, je nachdem welche Lieder performt werden – immer leuchten die Buchstaben auf dem Clubeingang.
00:09:42: Figuren & Kostüme Das Assamble des Cabarets spielt jeden Abend in einer anderen Besetzung für sie.
00:09:50: Aus diesem Grund verändern sich einige Kleidungsstücke und Details jenach Spielerinnen.
00:09:56: Sally Bowles ist die Hauptattraktion des Kit-Kat-Clubs.
00:09:59: Sally trägt ihre Haare in einem kurzen, oberginfarbenen Paarschenschnitt.
00:10:04: Über den Abendverteil trägt sie viele extravagante Kostüme, die je nach Song wechseln.
00:10:09: Zu Beginn trägt Sie eine weiße Schuluniform bestehend aus einem Jackett und Faltenrock.
00:10:15: Darunter verbirgt sich ein dunkelgrüner Bolesk Zwei-Teiler.
00:10:19: Er besteht aus einem paillettenbesetzten Dissue und schwarzen Strapsen.
00:10:24: Dazu trägt Sally einen grünen Kopfschmuck mit Pfauenfedern.
00:10:28: Später im Stück trägt sie ein bodenlanges violettes Satinkleid oder ein violettes Seidennachthemd.
00:10:35: Ihr liebstes Kleidungsstück ist ihr weißer Pelzmantel.
00:10:40: Clifford Bradshaw, der amerikanische Autor, trägt sein braunes Haar kurz geschnitten und ist glatt rasiert.
00:10:47: Die meiste Zeit trägt er einen rötlich-braunen Anzug mit Hosenträgern und einem weißen Hemd Manchmal auch einen karierten Strickpolunder oder eine braune Krawatte.
00:10:58: Fräulein Schneider besitzt die Pensionen am Neulendorfplatz.
00:11:02: Die meiste Zeit trägt sie ein dezentes Kleid mit einer Schürze.
00:11:07: Bei der Verlobungsfeier legt sie sich eine bestickte weiße Stola um die Schultern.
00:11:12: Herr Schulz, der jüdische Obsthändler hat kurzes graues Haar und ist glatt rasiert.
00:11:19: Er trägt die meiste Zeit einen bräunlichen Anzug und dazu ein blau-weiß gestreiftes Hemd, eine rostrote Krawatte mit Hosenträgern im selben Farbton.
00:11:29: Bei der Arbeit im Obstladen trägt er außerdem eine blaue Schürze.
00:11:34: Freuland Kost wohnt auch in der Pension.
00:11:37: Sie hat einen wuscheligen Lockenkopf und trägt meistens ein apricotfarbenes Negligé mit einem hellen Morgenmantel.
00:11:44: Später trägt sie ein Cocktailkleid mit dazu passendem Kopfschmuck und Federfächer in verschiedenen Orange-Tönen.
00:11:51: Die Matrosen, die er hin und wieder ein Besuch abstatten, tragen weiße Matrosenkleidung mit dunkelblauen Seemannskappen.
00:11:59: Der Conferentier ist Herz & Seele des KitKat Clubs.
00:12:03: In der Audiodeskription nennen wir ihn MC.
00:12:06: Das steht für Master of Ceremonies Zu Deutsch – Zeremonienmeister.
00:12:11: Er führt das Publikum durch den Abend.
00:12:14: Der MC hat eine androgyne Erscheinung und tritt mit starkem, harlekinmäßigen Make-up auf.
00:12:20: Zu Beginn trägt er einen schwarzen Bodenlang Mantel der mit etlichen Pellmuttschimmernen Plättchen verziert ist.
00:12:27: Dazu hatte einer Art Zylinder auf, der ebenfalls mit Pellmudtplättchen dekoriert ist.
00:12:33: Darunter trägt der MC eine schwarze Bodenfaltenhose mit Hosenträgern über dem nackten Oberkörper.
00:12:39: Auch er passt seine Kostüme den Songs an die im Club performt werden.
00:12:45: Die vier Showgirls Mausi, Lulu, Helga und Frenchie beleben die Bühne des Kit-Kat-Clubs mit ihren aufwendigen Tanz- und Shownummern.
00:12:53: Mausi trägt ihr Haar in einer hellblonden Hochsteckfrisur mit Wasserwelle.
00:12:58: Lulu hat kurzes braunes Haar, Helge einen roten Lockenkopf und Frenchies schulterlange braune Locken.
00:13:05: Frenchy heißt eigentlich Victor und wird von einem Mann gespielt.
00:13:09: Die meiste Zeit tragen die Girls variierende Reizwäsche bestehend aus Desou, Höschen und Netstrümpfen oder auch mal ein Cocktailkleid.
00:13:17: Dazu wechselnde Accessoires wie Kopfschmuck, schwarze Masken wie bei einem Maskenball und Hemdkriegen mit Manchetten.
00:13:26: Max ist Inhaber des KitKat-Clubs und trägt seine grau militierten Haare zurückgekämmt.
00:13:31: Er hat ein gestreiftes Hemd mit Anzughose an.
00:13:35: Zu den Stammgästen gehören Bobby ein junger Mann mit weißem Tanktop und marine blauer Hose, Ernst Ludwig.
00:13:43: Ernst trägt einen hellbraunen Anzug mit Hut und einen langen camellhaarfarbenen Mantel.
00:13:49: Das Ensemble tritt auch in diversen kleinen Nebenrollen auf.
00:13:55: Das war die Einführung zu Cabaret.
00:13:57: Die Audiodeskription wurde im Rahmen des Projekts Berliner Spielplan-Audio-Diskription Bildungsinitiative der Kultur-Initiative Förderband GGMBH realisiert.
00:14:07: Die Autorinnen der Audiodeskription sind Anne Inken-Bickert und Johanna Krins.
00:14:12: Die Redaktion ist von Charlotte Miggel, Sprecherin der Einführung & Live.
00:14:17: Anne Ingen-Bickerth Tonaufnahme.
00:14:20: Conny Lewandowski Theaterhaus Berlin.